Was macht man mit einem Ratgeber?

Ich soll mich nicht so wichtig nehmen, schreibt Rolf Dobelli, der Schweizer Ratgeber für die wichtigen Lebensfragen in der westlichen Zivilisation. Auch du sollst dich nicht so wichtig nehmen, denn die Geschichte wartet nicht auf dich und mich. Sie geht ohne uns ihren Gang und benutzt das dazu nötige Personal. Dobelli spricht von der Weltveränderungsillusion, der diejenigen aufsäßen, die annehmen, Einzelpersönlichkeiten bestimmten die Zukunft der Menschheit. Wer sie anstelle ihrer steuert, verschweigt der Autor. Steuert niemand? Steuert sie sich selbst? So weit reicht der Rat des Kolumnisten nicht. Er möchte ja nur seine neueste Allerweltsweisheit loswerden: „Sich nicht allzu wichtig zu nehmen, ist eine der wertvollsten Strategien für ein gutes Leben.“ Wie wichtig soll ich mich denn nehmen? In Gänze unwichtig darf ich nicht sein, nicht für mich, denn dann lohnten die Leiden nicht, dann schaffte ich mich kurzerhand ab. Etwas muß ich bedeuten, sonst wäre ich sinnlos. Ich benötige eine andere ‚Strategie‘, soviel ist sicher. Die Welt verändern … mein Gott, nein, wozu denn?


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