Vielleicht war er einer, der sich im anderen nicht spürt. Also bemerkte er vielleicht nicht, wie sehr er auf sich einsprach, eine lange Zeit schon. Es mußte heraus – aber auf diese Weise wurde er es nicht los. Er würde es wieder und wieder tun: verkünden, was er längst schon wußte. Der neben ihm machte sich nicht zum Opfer, genoß vielmehr das Feuer und die Wut, die Begeisterung und die Lust an der Provokation. Das Kindliche auch an solchen Ergüssen, die echte Not. Eingepfercht in etwas, das nicht ausreichen kann: gedanklich, sprachlich, körperlich. Ein zum Platzen vollgefüllter Kopf, der die rollenden und sprühenden Augen aus den Höhlen drückt. Immer schnellere Sätze, immer öfter Schläge auf den Tresen. Interpunktionen setzend, den anderen dominieren wollend, sich dafür nicht schämend. Da hilft nur Sanftmut.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.