Kinder brauchen Vertrauen

Es wäre eine seltsam verkehrte, weil modellhaft gedachte Welt, in der lediglich Kinder Vertrauen benötigten, während die Erwachsenen anderes oder sonstwas trieben, jenseits oder diesseits von Vertrauen und Verläßlichkeit. Wobei auszubuchstabieren wäre, was diesseits und jenseits bedeuten könnte in der angeblich so unterschiedenen Wirklichkeit der Erwachsenen. Und weiter wäre zu fragen, was dieses ‚erwachsen‘ zu besagen hat, wenn es zu implizieren scheint, daß Vertrauen nicht mehr zum Repertoire gehört. Demnach herrschte Mißtrauen: Betrug, Übervorteilung, Täuschung, Verbrechen, Mißachtung usw. Kinder brauchten demnach etwas, was eigentlich wenig zählt oder gar nichts gilt – nicht in der Welt der Erwachsenen, der Entwachsenen. Einen kleinen Schritt weiter gedacht besagt dies, daß ‚wir‘ (die Erwachsenen) Kindern etwas beibringen wollen, an das wir selbst nicht mehr glauben können, da wir es entweder nicht erlebt haben oder nicht leben können, nämlich: vertrauensvoll zu sein und Vertrauen zu verdienen. Dies nur sehr kurz angemerkt zu einem Buchtitel, einem Ratgeber für Pädagogen, Therapeuten, Eltern und das rührend um den Nachwuchs bemühte erwachsene Lesepublikum.


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