Lieben und lügen, wahnsinnig werden, Paul Simon hören, schlafen gehen, allen ein Gutes wünschen

Liebe lügen – das ist schlimm. Das ist wie ein Nachäffen, ein Hinterherlaufen der entwichenen Wirklichkeit, wie ein Schattenfangen abseits jeglichen Lichts. Aber die Liebe kehrt zurück, wurde versprochen. Da sie scheu ist, wird sie nicht erwartet werden wollen. Sie ist ein Vögelchen, eine Ratte, ein Schmetterling. Liebe lügen ist grausam, es zerschneidet das Herz zu Futter. Ich gehe in Deckung, wenn ich höre Ja Schatz, gleich Schatz, bis dann Schatz. Wer wäre da nicht ausgeschatzt und fluchtbereit. Alibis und Apropos, Allergies von Paul Simon 1983 (Hearts and Bones). Lügen lernen, Hauptaufgabe des Erwachsenwerdens, schlimmer Makel unserer Kultur oder Zivilisation, selbst wenn wir anerkennen, daß dieses Lügen funktional ist. Aber wir möchten uns so nicht sehen, besonders nicht sehen lassen, wir blenden aus, wir blenden ab, wir trinken Kaffee und lassen Gott einen guten Mann sein, und das ist er ja auch, alles in allem. Vollmond nahezu.


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