Comic-Held, schwer verletzt

Unentwegte Versuche, das Phänomen Donald Trump zu erhellen. Trump als Geschäftsmann, als Wahlkämpfer, als Präsident, als Familienvorstand. Wie funktioniert dieser Mann, wie lauten seine Ziele, was führt er im Schilde? Seine Zurechnungsfähigkeit wurde in Frage gestellt, sein Geisteszustand, seine Gesundheit. Trump sorgt für Schlagzeilen und hohe Auflagen. Als husche ein Alien durchs Weiße Haus oder ein greisenaltes ungezogenes Kind, unberechenbar und despotisch. Dazu die Photos mit diesem kleinen feuchten, stets weit aufgerissenen Mund – um zu plärren (die sind schuld, ich war’s nicht) und Schrecken zu verbreiten; bis endlich alle nachgeben, komplett mit den Nerven runter, damit Ruhe herrscht, man versteht ja sei eigenes Wort nicht mehr, Gott, dieses Kind, womit haben wir das verdient! Hörst du, er schreit schon wieder, was ist es denn diesmal, siehst du nach, bitte, so beruhige ihn doch. Walter Moers hat mit seinem Comic diesem Typus ein Denkmal gesetzt. Analysen sind zu nichts nutze, wenn sie Unberechenbarkeit und Willkür als einzige Handlungsmuster identifizieren. Was hilft es, zu sagen, er sei ein krankes Kind? Und nun, wie weiter? Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagen sie. Die Hoffnung, daß er „ein Teil von jener Kraft“ ist, „die stets das Böse will und stets das Gute schafft“? Die Europäer haben ihre Ansage bekommen, vielleicht lernen sie daraus. Übermorgen wird er sie wieder umgarnen, denn eigentlich möchte er geliebt werden (vorher aber erstmal gefürchtet und gehaßt, so kennt er das, so war das immer). Für die USA wird es schwierig.


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