Aufstand der CSU, Regierungskrise, es könnte Neuwahlen geben. Die FDP bietet sich an, in eine Koalition aus CDU, erleichtert um ihre Schwesterpartei, und SPD einzusteigen. Beobachter sprechen bereits von einem politischen Erdbeben. Es kündigt sich an, die Risse sind deutlich. Die CSU möchte die Landtagswahlen im Oktober gewinnen und fürchtet sich vor der AfD, mit unnachgiebiger Härte in der Flüchtlingsfrage soll nun gepunktet und verlorenes Terrain zurückerobert werden – und koste es die Koaltiton. Bayern ist zu kostbar und schön, um für Berlin geopfert zu werden. Trennten sich die C-Parteien, bedeutete dies eine bundesweite CSU und eine CDU auch in Bayern. Rückkehr eines Szenarios der siebziger Jahre, als die CSU unter Franz Josef Strauß drohte, „vierte Partei“ zu werden. Vierzig Jahre später würde die große Torte aber durch sieben geteilt, man kann sich ausrechnen, wie klein da die einzelnen Stücke werden. Minister Seehofer probt den Aufstand und kann nach Stand der Dinge von der Kanzlerin nur noch seines Postens enthoben werden. Die Richtlinienkompetenz liegt bei der Regierungschefin und steht über der Ressortkompetenz. Das weiß auch der Innenminister. Es geht um Merkels Entmachtung, Jens Spahn macht mit.
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