Die Mengen gehen dorthin und werden zu finden sein, wohin man sie leitet. Von Massen ist keine Rede mehr, seit sich die unabsehbar Vielen nicht mehr auf den Straßen und Plätzen und im Blick eines Beobachters sammeln. Einst taten sie es, die Photographien und Filme überzeugen uns, daß es ein Zeitalter, einen Aufstand der Massen (José Ortega y Gasset) gegeben hat. Zu weiten Teilen sind die Eigenschaften der (sichtbaren) Masse auf die der (unsichtbar) statistisch großen Menge übergegangen: Herkunftslosigkeit, Orientierungslosigkeit, Opportunismus, Konformität, Bequemlichkeit, Intoleranz. Ein gefundenes Fressen für jene, die sich auf eine indifferente Klientel verstehen und sie zu mobilisieren wissen. Das mögen Bewegungen und Parteien sein, aber auch die Hersteller und Verkäufer von Konsumgütern, prestigeträchtigen Produkten, eines sogenannten Lebensgefühls. Je weniger einer über sich weiß, desto leichter wird er zu gewinnen sein für etwas, das er werden möchte. Zwischen ihn und ein imaginäres Ziel (Anerkennung durch Zugehörigkeit) sind die Akte seiner Unterwerfung gelegt. Schließlich weiß er, was er zu wählen, zu kaufen und zu verteidigen hat.
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