Kritik sei, sagt Bazon Brock, die einzig unverdächtige Form der Anerkennung des anderen. Unverdächtig deshalb, da sie nicht auf Schmeichelei aus ist oder eine andere Taktik der Inbesitznahme im Schilde führt. Nur wer bereit ist, mich zu kritisieren, ist demnach fähig, mich anzuerkennen – nämlich als ein Gegenüber, ein Subjekt eigenen Willens. Ich verstehe das auf der Stelle, auch wenn ich mich zuvor und mehrfach gegen Kritik ausgesprochen habe, vornehmlich aus, sagen wir: pädagogischer Perspektive. Nun also seitwärts weiter oder geradeaus, nicht jede Rede dreht sich um Schutzbefohlene, meistens gar nicht. Sondern um erwachsene Menschen mit Ansichten und Positionen, Verhaltensweisen und Taktiken. Die erneut oder erneuernd in den Blick zu nehmen, gegebenenfalls zu verwerfen, könnte eine Lust sein. Mit ihr schwindet auch die Angst.
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