Aus der Fatalität

Die Geschlagenen schlagen, die Mißhandelten mißhandeln, die Beurteilten beurteilen, die Gefangenen nehmen gefangen, die Verlassenen verlassen, die Geschiedenen scheiden, die Besiegten besiegen, die Gedemütigten demütigen. Die Passiv-aktiv-Kette läßt sich endlos und trostlos fortsetzen, Opfer werden zu Tätern, Täter sind meist auch Opfer. Die Geliebten lieben, die Gestreichelten streicheln, die Geleiteten leiten, die Gemochten mögen, die Bedachten bedenken. Andererseits widersetzt sich etwas solch stupider Folgerichtigkeit und fataler Kausalität. Es muß die Freiheit geben, aus dem Zwang der Determination und Fixiertheit auszubrechen. Und gäbe es sie nicht, müßte man sie erschaffen, diese notwendige Freiheit, und ein Loch in die Mauern der Bestimmtheit sprengen. Es ist möglich, nicht hinzunehmen. Das erfordert Bildung, aber nicht jene, von der dauernd die Rede ist (Schul- und Ausbildung), sondern die Selbstbildung und Durchformung eines Menschen (letztendlich) durch sich selbst. Dazu die Fragen: Wer bin ich? Wie verstehe ich mich? Was suche ich? Woher komme ich? Wohin möchte ich? Wie möchte ich sein? Wie gelange ich dorthin? Was verletzt mich? Was ergötzt mich? Wo ist es warm, wo ist es kalt für mich? Wie kann ich lernen, bei mir zu sein und zu bleiben? Unter welchen Umständen verliere ich mich? Wer kann mir helfen, wenn ich nicht mehr weiter weiß?


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