Das Bravsein wird zur zweiten Natur, das Gefälligsein und das „du paßt super in unser Team“. Was für ein Team? Team heißt Mannschaft, Arbeitsgruppe, Gespann. Gespann trifft es gut, denn es geht ums Ziehen und Vorwärtskommen. Zu fragen ist, wer auf dem Kutschbock sitzt und die Peitsche schwingt. Das wird durchaus verschwiegen, darüber soll nicht gesprochen werden, das gehört sich nicht. Denn alle sind glücklich und fühlen sich gut in ihrer ausgemessenen Rudergruppe, ihrem Leistungsrudel, ihrem Bataillon. Es herrscht Druck, denn niemand darf draußen stehen. Draußen regnet es sauren Regen, draußen überlebt man nicht lang. Zum Glück ist man drinnen und gehört dazu, zu was auch immer. Bataillon, Rudel, Horde, Schwarm, Sprung, Rotte, Armee, Partei, Interessengemeinschaft, Arbeitsgemeinschaft, Selbsthilfegruppe, Komitee, Kameradschaft, Kollektiv und so weiter, Hauptsache nicht allein, Hauptsache mit anderen. Die Furcht ist groß, unendlich groß. Unendlich groß. Der Titel dieses Eintrags ist ein Vers aus einem Song von Keimzeit.
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