Vor Jahren gab mir eine Freundin den Tipp, darauf zu achten, wer wann auftaucht, um sich Energie zu holen: sie abzusaugen, mich schwach zu machen, auszusaugen, zu verringern. Kaum geht es dir gut, sagte sie, kommt da meistens jemand, der sich anheftet und dich zu verringern trachtet. Sie nannte das Vampirismus. Aberglaube? Ich achtete einige Zeit darauf, und tatsächlich, schnell waren sie da, jeweils und unerwartet: die vermeintlichen Kritiker, die Verringerer, die Defaitisten. Lauter Enttäuschte. Was lockte sie an? Leicht zu beantworten, weiter! Was bewog sie dazu? Mißgunst und Neid, Kleinheit und Frustration, Zerstörungswut und Habenwollen. In die verbotenen Gärten einbrechen, besitzen wollen und stehlen. Zum Abschied irgendwohin pinkeln und den Garten verschmutzen. Es gibt solche Leute, sie geben sich neugierig und interessiert, aber ihre kleine pissige Rachsucht ist grenzenlos. Man kann sie nicht einmal in den Arm nehmen, sie ehrlichen Herzens zu trösten. Denn sie sind doch trostlos.
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