Nicht aus dem Haus. Draußen ist es unheimlich. Der Mond zwischen den Baumstämmen über dem Friedhof wie eine Laterne, groß und grell. Ich war kurz aus dem Haus, fuhr unter Neonlicht mit dem Einkaufswagen durch die kalten gefliesten Gänge. Die Mittel des Lebens plastikverpackt, die Menschen verzerrt, laut, monströs. Auf dem Gehsteig drängten zwei Männer mich ab, liefen durch mich hindurch, als sei ich nicht. Der eine von ihnen rotzte vor mir aufs Pflaster, groß und blöd, und es klatschte dieses Gelbe vor mich hin und schwabbelte wie Pudding. Er wankte und schwankte und schrie in sein Smartphone, vielleicht hatte er diese Droge genommen, die schmerzunempfindlich macht und dafür sorgt, daß man nichts merkt. Allein auf der Welt, schlimmer als Kokain. Ich trug meinen Einkauf nach Hause, sah nach dem Mond. Er war eingefaßt von zwei Wolkensträngen, die senkrecht in den Himmel standen wie die Scheinwerfer des Lichtdoms von Herrn Superarchitekten Albert Speer, der hier Germania errichten sollte, klotzige Version eines neuen Roms inmitten der kieferntrockenen Mark Brandenburg, hier am Arsch der Welt, wo die Spree sich in die Havel schiebt. Größenwahnsinnig auch mein nächster Kandidat an diesem Abend kurz vor zuhause. Als ich passierte, versuchte er mich zu beleidigen, spürte wohl meine momentane Schwäche; mutig war er nicht, er fühlte sich nur stark und wollte das genießen. Ich verstand kein Wort, ging einfach weiter, war schon an der Haustür, stellte meine Taschen ab. Über dem Friedhof der Mond, auf dem Friedhof der Fuchs, unter der Erde die Leute von gestern und vorgestern. Heilige Scheiße, wo lebe ich hier.
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