Begleiten

Ansonsten soll man über „die Politiker“ nicht zu schlecht sprechen – das besorgen schone jene, die wie Rasende ihren sauren Haß verspritzen. Politiker zu sein ist ein Knochenjob, man möchte nicht tauschen. Sitzungen, Tagungen, Versammlungen. Sprechstunden, Bürgerstammtische, Infostände. Mehrheiten sichern, Kompromisse aushandeln, Deals einfädeln. Vorsicht Kamera, lächeln. Zu allem eine Meinung haben sollen, für alles verantwortlich gemacht werden. Freunde verlieren, Enttäuschungen wegstecken, Karriereknicks verarbeiten. Hände schütteln, Versprechungen machen, Zusagen treffen. Wofür? Für die Macht, für das Ego, für die Gesellschaft, für die Partei, für die Wähler, für das Volkswohl und den Dank des Vaterlands – wofür? Hierzulande gelten Politiker nicht von vornherein als unehrenhaft. Daran läßt sich anknüpfen. (Wer „die da oben“ sagt, sollte sich einladen lassen, einen Spitzenpolitiker einen Arbeitstag lang zu begleiten.)


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