„Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.“

Das Unbedingte, Voraussetzungslose, Absolute: das hieß Gott oder Urbeginn, Quelle oder Allgewalt, Sinn, Wahrheit oder Großes Geheimnis, anders auch. Von dort an nahmen die Verhältnisse ihren Lauf, so wie Flüsse. Wir einzelnen sind Boote, kleine Schiffchen mit ungewisser Ladung, unterwegs von A nach B, von Amelinghausen nach Berenbostel, kein weiter Weg, zwischendrin ein paar Begebenheiten, sogenannte Vorfälle, Landschaften auch, Straßen und Verkehr, man verzettelt sich, irrt ab, untersucht dies, findet jenes, interessant, bleibt plötzlich, dann doch nicht, wandert ab, westwärts oder ostwärts oder sonstwärts vermeintlich größeren Zielen zu, zügig und schnell, rudernd, strampelnd, keuchend. Das Unbedingte gibt es nicht auf Erden. Gold und Macht sind bedingt, Waffen und Armeen, Zahlen und Wortansammlungen, Kirchen und Pfaffen, sogar die Liebe, mein Gott, die Liebe – bedingt. Durchatmen. Ich grüße dich, Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (1772-1801), genannt Novalis, und entschuldige mich für diese nächtliche Pöbelei, die Belästigung, und frage: Blütenstaub ist alle Poesie?


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