Keine Übersetzung

Jemand hat etwas erlebt und empfunden, möchte es „festhalten“ und aufschreiben. Schon sucht er den ersten Satz. „Wir fuhren hinaus aufs Land, um dort zu feiern.“ Den Satz läßt er gelten und macht weiter. Am Ende gibt es einen Text, der ihn unzufrieden läßt. Auf dem Papier steht nicht, was wirklich dort geschehen ist, auf dem Papier stehen nur Wörter. Zwar gruppieren sie sich zu Aussagen, organisieren sich zu Bildern und Schilderungen, aber das Gefühl kommt nicht auf – das wahre Gefühl von dort draußen, als sie drei Tage in Folge feierten und die Welt vergaßen. Worin liegt der Fehler? Er liegt in der Treuherzigkeit des Unterfangens, schildern zu wollen, wie es wirklich war. Der Text muß ein eigenes Ereignis sein, der Autor darf sich nicht darauf verlassen, daß er von dem, was geschehen ist, Unterstützung erfährt. Von vergangener Wirklichkeit ist keine Rückendeckung zu bekommen. Der Text lebt von der Geistesgegenwart des Augenblicks und nimmt sich dazu, was er braucht. Niemals wird der Leser dorthin gelangen, wo der Autor einmal war, er folgt auch nicht dessen Intention. Wir sind freier als gedacht.


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