Nachtlied

Das Fenster öffnen für den Singsang der Nacht. Regentropfen leise wie geweint. Gegenüber das ewige Licht, eine Leuchtstoffröhre in einer Küche, das brennt dort Tag und Nacht. Der Computer atmet pausenlos aus, pustet maschinell, denkt nicht. Je mehr ich Menschen kenne, ihnen nahe bin, sie in mir leben lasse, desto scheuer werde ich. Die Rezepte sind verkocht – ich hatte keins. Die Lieder sind gesungen – ich schreibe neue. Dieser kahle Frühling mit seinen Behauptungen macht mich müde. Gib uns lange Winter, damit wir einmal richtig schlafen können. Sieh sie dir doch an, diese Erschöpftheiten. Leuchtstoffröhre, was für ein scheiß Wort. Nicht enden mit Hauptsache hell. Ich lerne leben jeden neuen Tag und wünschte, das sei übertrieben. Die Nacht ist still geworden, der Computer bläst die warme Luft durch die Lüftungsschlitze in den Raum. Es soll künstliche Intelligenz geben, ich hoffe auf die natürliche.


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