Möchten Sie Brot? fragte die Frau auf der Straße, als sei das eine übliche Begrüßung. Ich blieb stehen, sie deutete auf die beiden Einkaufstaschen, die sie geschultert trug. Nein, vielen Dank, ich habe noch genug Brot zuhause. Da lief sie schon weiter, eine Idealistin. Nahrungsmittel soll man nicht wegwerfen, lernte ich bereits als Kind. Unsere Mutter hatte als kleines Mädchen während des Krieges derart gehungert, daß sie noch Jahrzehnte danach jeden Krümel, der auf der Tischdecke lag, mit der Fingerspitze aufklaubte und zum Mund führte. Das fiel mir auf und ich fragte. Sie erklärte, sagte, das geschehe unwillkürlich, sagte auch: Stimmt, das kann ich mal lassen.
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