Kleiner Tanz um eine freie Mitte

Die Spielfilme – was spielen sie denn? Jeweils Leben, bestimmter Personen und Konstellationen, Zeiten und Schauplätze, Plätze zum Schauen, hergezeigt und vorgemacht, so sieht das aus, wenn in einem Café eine Frau sitzt und einen (sagen wir) Milchshake trinkt, während am Nachbartisch ein Mann mit Sonnenbrille seine Sonnenbrille abnimmt, um die Zeitung besser lesen zu können, wir verstehen sofort, worum es geht und fragen uns nur noch, wie. Ähnlich wie bei Tieren, nur daß die weniger Firlefanz benötigen und nicht von Kultur reden. Doch das ist grob gesprochen, denn es zählt tatsächlich die Imagination. Sie zählt zum Inhalt, auch wenn sie versehentlich der Form zugeschlagen wird. Die Lüste sind verpackt, sonst erschienen sie uns unannehmbar; so nackt dulden wir uns selten, wenn nicht nie. Die Schleier sind nötig, die Kulissen gestellt, es findet ein Schauspiel statt, ehrlich und neu wie jedes Rührstück des Herzens auf der Bühne der Welt. Das soll man nicht sagen, ich weiß. Niemand mag die Wahrheit, wenn sie gar nicht mehr schön ist. Allein der Schönheit kann niemand widerstehen.


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