Lavalampe

Sich nicht so wichtig nehmen … problematischer Ratschlag älterer an jüngere Menschen. Sich nicht wichtig nehmen? Sich überhaupt nicht wichtig nehmen? Sich wie denn wichtig nehmen oder nicht?

Ich bin doch nicht nichts, protestiert das Bewußtsein des Wissens und der Erfahrung, und sei sie drei Jahre jung. Nicht so – was heißt „so“? So heißt: auf diese Weise, in jener Art, wie das unsichere und ungesicherte Ich sich zu präsentieren pflegt.

Über- oder unterbetont, beides sind Stilmittel, Formen des Überlebens im Gerangel und des Kampfes um sich selbst und die anderen lebenswichtigen Ressourcen.

Wir kämpfen unentwegt, und es ist gut, daß wir das selten bemerken und noch seltener thematisieren. Kämpfe sind tabu, denn die Gesellschaft hat Frieden deklariert, um die Konflikte zu beherrschen.

Die Feuer schwelen im Inneren der Person und sollen dort gefälligst bleiben. Die Privatisierung des Unglücks macht es der Politik leicht, sich entschuldigt zu sehen.

Sich wichtig nehmen – ja doch und bitte! Nicht als Ich-Trotz, sondern als Beitrag in Empfangen, in Empfinden und Verstehen. Ich mag Menschen, die sich ernst nehmen und dabei fast kaputtlachen. Es ist zu komisch, man möchte augenblicklich weinen.


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