Nachtfahrt ohne Verkehrsschilder

Deshalb liebe ich die Nacht, sie erlaubt eine Fahrt im Kegel der Scheinwerfer eine unbekannte Straße entlang mit erhöhter Geschwindigkeit, man kann links oder rechts nichts sehen, nur eine schwarze Wand gemacht aus Luft. Vorn das graue Band der Straße mit den Fahrbahnmarkierungen und den Leitpfählen, manchmal zwei glühende Augen am Straßenrand, eine Katze im Straßengraben, in der Ferne vielleicht ein Gehöft, jedenfalls brennt Licht. Auf diese Weise kann man auch einen Text schreiben, der sich durch unbekanntes Gebiet bahnt, Wort für Wort fortbewegt, sonstwohin. Schreiben ist Wandern, aber manchmal auch gespenstisches Autofahren.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Nachtfahrt ohne Verkehrsschilder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert