Geist und Materie

Die Künstler und Denker vergessen zu essen, das geschieht ihnen oft, vertieft wie sie sind. Die Organe melden dem Gehirn, daß es abwärts geht, das Krisenzentrum wird informiert und mobilisiert. Erster Befehl aus der Zentrale: So geht es nicht weiter, dringend etwas ändern! Stop. Wird dem Befehl nicht Folge geleistet, ergehen strengere Maßgaben. Unwohlsein, Unruhe, Pessimismus. Pessimismus ist physiologisch, manchmal fehlt nur eine Butterstulle. Nietzsche hat sich des langen und breiten an einer Diätetik des eigenen Denkens versucht. „Kaffee verdüstert“, wenige Schlucke Wein machen ihn „zum Seemann“. Er empfiehlt klares Wasser aus einem Brunnen, besser noch einer Quelle; einen Trinkbecher führt er auf seinen Spaziergängen und Wanderungen stets mit sich. Nachzulesen in Ecce homo, einem Buch, das manche als Krankenschrift deuten; sie war als eine der Selbstheilung gedacht: „[…] diese kleinen Dinge – Ernährung, Ort, Clima, Erholung, die ganze Casuistik der Selbstsucht – sind über alle Begriffe hinaus wichtiger als Alles, was man bisher wichtig nahm.“


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