Der Frühling ist eine Quälerei. Ich notiere dies, damit es mir nicht in Vergessenheit gerät, wenn ich nächstes Jahr zu jenen gehören sollte, die schwärmen. Ist heute der Tag der Erlösung gekommen? fragte ich gestern pathetisch in müde Gesichter. Es war ein bißchen wärmer, eher windig, ein Sonnentag mit Andeutungen einer gewissen Linderung unserer Lage hier auf dem Streckbett der Überforderung. Es gibt keinen Gegner, das ist das Problem. Andere bemerken nichts und fragen, was los ist. Frühling ist los, nicht endender Frühling, der sich über Monate zieht, ein in die Länge gezogener und fortgeführter Akt der Grausamkeit. T. S. Eliot hat es notiert, The Waste Land. Das Leben schreit dauernd, aber es gibt Leute, die sehen nur lachende Gesichter und den Tanz der Mücken im Abendlicht. Diese Glücklichen! Eine Schlange sich häuten sehen, da weiß man Bescheid. Kulturen bilden Kulissen, darin liegt etwas Vornehmes, ein Mittel auch gegen die nackte Angst. Selbst die Natur haben wir niedlich zu machen verstanden. Wer am Ende wen kleinkriegt, wird sich zeigen.
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