Nicht in Frieden

Sind Menschen glücksbegabt? Sind sie es in unterschiedlichem Maß und unterschiedlicher Ausprägung? Was bedeutet Glück? – Jedenfalls läßt es niemanden kalt. Glück mag jeder. Dem Glück mißtraut, wer lange keines hatte. – Glück ist Lohn, nicht Ziel, schrieb Saint-Exupéry. – Wann waren Sie das letzte Mal glücklich? fragt die Moderatorin durch die Kamera über den Sendeplatz auf den Bildschirm. – Glück ist eine Motte, sie stürzt sich ins Kerzenlicht und verbrennt. – Bin ich glücksbegabt? Mindestens auch unglücksbegabt. Das sind korrelierende Größen, sie steigern sich gegenseitig. – Suche ich das Glück? Nein, denn ich würde es verfehlen. – Was ist Glück? Besser, man definiert es nicht. Definieren heißt eingrenzen. – Menschen sind nicht sonderlich glücksbegabt, befürchte ich. Die meisten sind ungestillt, scheint es. Sie begehren etwas, das sie nicht bekommen können. Und bekämen sie es, wäre es nicht genug. Wie kann man helfen?


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Nicht in Frieden

Ein Gedanke zu „Nicht in Frieden“

  1. L.L. schreibt:

    Im Rheiderland an der niederländischen Grenze, Kilometer über Kilometer abgeerntete Polder. Am Abend, die Sonne stand tief im Westen, pflügte ein gewaltiger Pflugtraktor mit sieben Scharen eines der riesigen Felder. Am Ende angelangt, wendete er. Die Sonne warf für einen Nu ihr rötliches Licht auf die Scharen, und eine von ihnen spiegelte über eine Entfernung von ca. 500 Meter das blitzende Kupferlicht in meine Augen. Für eine kurze Weile, vielleicht 30 Sekunden, übermächtigte mich ein ekstatisches Glück. Das Glück als Lohn, wie Saint-Exupéry schrieb, also das Glück als verdientes, mag (vielleicht) ein grauer Verwandter des ekstatischen sein.

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