Nicht fragen – machen (Richmond Fontaine und Willy Vlautin)

Richmond Fontaine gehört, Band aus Portland, Oregon, gegründet 1994, aufgelöst 2016, elf Alben, das letzte trägt den Titel You Can’t Go Back If There’s Nothing to Go Back to. Verdammt richtig, doch mit solchen Songs aufzuhören – so wird man vermißt. Über die Band lerne ich Willy Vlautin kennen, er ist Autor, Erzähler – sowie Sänger und Songwriter von Richmond Fantaine. Es gibt eine Einspielung einer seiner Erzählungen, er selbst spricht, begleitet sich auf der Gitarre. A Jockey’s Christmas. Eine Trinker-, Spieler- und Familiengeschichte, ich will nichts verraten. Die schwirrt mir durch den Kopf.

Neben mir sitzt eine Frau, die raucht. Sommers raucht sie auf ihrem Balkon, winters erlaubt sie sich das Rauchen in der Küche. Ich habe ihr erzählt, daß ich mir Gedanken gemacht habe über Menschen, die sich als Raucher aus ihrer eigenen Wohnung aussperren. Ja, diese Strenge – sagt sie. Gute Zeit, liebevoll und wohlwollend mit sich zu sein, sage ich sinngemäß. Nicht das Erziehungswerk fortsetzen, das an uns exerziert wurde, es auch nicht leugnen – aber transzendieren, austreten aus der Schuld, ein für allemal (falls das gestattet ist).

Wie Willy Vlautin spielt und erzählt, läßt sich auch hören auf: The Disappearance of Ray Norton von Richmond Fontaine. Es gibt ein Video. Wer mehr wissen will, hört sich Lost in this World an. Wir sind nicht allein, gute Zeit, und haben längst verstanden. Wir, die sogenannten Verlorenen. We Used to Think the Freeway Sounded Like a River.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Nicht fragen – machen (Richmond Fontaine und Willy Vlautin)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert