Laufen oder springen

5. und 6. Oktober 1990, Auftritte von Steve Earle and the Dukes in London und Kitchener, beides Städte in Ontario, Kanada. Aufgezeichnet und wenig später veröffentlicht: Shut Up and Die Like an Aviator. Ein Album, um sich zu erden, fest in den Stiefeln zu stehen und endlich loszulaufen (wenn schon kein Motorrad bereit steht oder ein Pferd). I’m The Other Kind, I Ain’t Ever Satisfied, Billy Austin, Devil’s Right Hand, viele Titel mehr. Schluß gemacht wird mit Dead Flowers. Grandioses Live-Album – schlimme Phase in Earles Leben, Alkohol- und Heroinsucht. „Good to be seen“, soll er geantwortet haben, als Neil Young ihn mit „Good to see you“ begrüßte. Das war später, Mitte der Neunziger, da hatte er sich gefangen. Auf diesen Aufnahmen aber steht der Künstler am Kreuzweg oder – nimmt man den Titel – hoch oben am Rand der Klippe. Da geht es um Leben oder Tod. Auftritte zwischen Selbstentäußerung und wuchtiger Selbstbehauptung. Das geht zusammen, und wie das klingt, läßt sich hören.


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