Angela Merkel zittert. Ihre Beine halten den Rumpf, ihr Kopf ist erhoben, die Arme liegen an. Doch die Beine zittern und wirken, als führten sie ein Eigenleben. Die Kameras fangen dieses Zittern ein, die Redakteure reimen sich eine Frage dazu. Verkürzen wir an dieser Stelle. Die Leitwölfin ist angeschlagen, zeigt Anzeichen körperlicher Schwäche. Wann dürfen wir über sie herfallen? So lautet die Frage. Gar nicht, antwortet der Anstand. Doch selbst der Anstand weiß: Sie werden sich nicht daran halten. Einer aus dem Rudel wird den Machtwechsel markieren, mit schönen Worten, wie es sich gehört. Die Chefin geht, sie wird gegangen. Die Trauer über ihren Abgang wird sich in Grenzen halten. Angela Merkel ist Kanzlerin der Alternativlosigkeit geworden. Sie selbst hat sich das nicht ausgedacht, doch dann geschah es. Nun sieht es anders aus, nun bewegt sich die Welt erneut. Am Umgang mit Angela Merkel wird sich ermessen lassen, was mit Würde gemeint sein soll, nachdem sie im Umgang mit den Armen und Entrechteten so spürbar vermißt werden mußte. Besinnung und Heilung sind niemals auszuschließen, das Unerwartete geschieht.
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