Die Gesichter auf den Körpern der Fremden während der Fahrten in den Schnell- und Untergrundbahnen, Mitbürgerinnen und Mitbürger, wohin gehen die denn. Mein eigenes im Fenster gespiegelt, während ich müde sitze und warte, daß ich aussteigen muß (ich könnte bis ans Ende der Welt fahren), augenscheinlich fremd. Mit dem mußt du leben, denke ich lustlos und rufe mir vergeblich mehr Begeisterung zu. Eine Frau telephoniert und sagt, daß sie gleich in der Kanzlei sei, was für eine Neuigkeit. Ich selbst werde gleich an meinem Arbeitsplatz sein, nicht weiter überraschend. Der Mann gegenüber trägt eine Sonnenbrille, so muß er sich nicht in die Augen sehen, hört Musik dazu. Was ist hier eigentlich los? frage ich lieber nicht.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.