In einem Leserkommentar, früher hieß das Leserbrief, scheibt ein Mann, er habe nach Fahrten mit seinem Auto in diesem Sommer wieder Insekten auf der Windschutzscheibe, da habe sich offenbar etwas erholt. Ich las seinen kurzen Text gleich ein zweites Mal, so begierig bin ich diesbezüglich auf gute Nachrichten. Vielleicht ist einmal mehr nur „der Wunsch Vater des Gedankens“, doch immerhin kenne ich meine überpersönlichen Wünsche. Ich halte die Erde für einen Garten, der gut bestellt zu werden verdient und ausreichend Platz für Pflanzen, Tiere und Menschen bietet. Allein „die Natur des Menschen“ bereitet Sorgen, diese Grenzenlosigkeit des Strebens und Begehrens, die Unersättlichkeit und Hamsterei für den Vorrat, das ewig Ungestillte, Nörgelnde, Krittelnde, die Problemsucht, Allgegenwart von Sorge, Furcht und Angst, dazu die Aggressivität eines Spitzenprädators, der seiner Herrschaft niemals sicher ist und lieber noch einmal nachsieht, ob nicht irgendwo etwas sitzt, das ihm und den Seinen gefährlich werden kann.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.