Auf dem Behandlungsstuhl des Zahnarztes sitzen und aus dem Fenster träumen. Hinter mir Geräusche, Geraschel, Gespräche. Schubladen werden auf- und zugeschoben, Stoffgeräusche beim Bücken, die weißen Kittel knistern. Vorm Fenster die trockenen Linden, Passanten, ein Hauseingang gegenüber. Ich versuche ihn mir einzuprägen, um ihn aus dem Gedächtnis zeichnen zu können. Gedanken queren das Bewußtsein – ich formuliere einen Text, den ich anschließend werde schreiben müssen. Meine Schuhe könnten Schuhcreme vertragen. Wie halte ich eigentlich meine Hände, warum wollen sie zueinander. Ich trenne sie und lege sie auf die Armlehnen. Da mögen sie es nicht, also zurück in den Schoß. Fürchte ich mich? Schicksalsergeben liege ich und warte.
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Ich saß einen Tag vor Dir auf solch einem Stuhl, vorausgesetzt, dass Dein Zahnarzttermin auf den Tag dieser Niederschrift fiel. Armlehnen hatte dieser Stuhl allerdings keine, und genau gesehen handelte es sich um eine verstellbare Bank. Die Hände lagerte ich bequem auf dem Bauch. Mein Blick fiel ebenfalls aus dem Fenster, auf eine Kreuzung, an der ständig Fußgänger standen und gingen, gingen und standen, wozu die Ampellichter von rot auf grün und von grün auf rot wechselten. Ich wiederum wechselte von dösen auf warten und warten auf dösen. Indes die vor sich hinsummende Zahnarzthelferin scharfe und spitze Stahlinstrumente, zu denen auch eine gezahnte Hebelapparatur mit eindrucksvollen Haken und ein eher harmlos wirkendes, rundes Stielspiegelchen gehörte, auf einem weiß abgedeckten Tablett handgerecht ausbreitete und in meinem Nacken einen Papierlatz befestigte und ihn über Brust und Bauch breitete. Dann saugte sie aus einer gebrochenen Ampulle mittels einer aufgeschraubten Injektionsnadel rosa Flüßigkeit in den Injektionszylinder. Nun trat Frau Poblotzki, die Dentistin meines Vertrauens, ins Behandlungszimmer und reichte mir zur Begrüßung ihre unbekleidete Rechte, um sie sodann der Zahnarzthelferin entgegenzustrecken, die einen hauchdünnen Gummifingerhandschuh über sie stülpte. Hierauf öffnete ich, so weit ich nur konnte, den Mund und schloss fest meine Augen.