Wer gehört wem – die Nacht dem Tag oder ein Tag der Nacht? Taoisten lachen sich tot. „Ich glaube, ich habe jemanden überfahren“, sagte vor vier Stunden die Stimme aus dem Lautsprecher im ersten Waggon der U8 bei Ausfahrt aus der Station Hermannplatz. Eine Frauenstimme, um Fassung ringend, in großer Not. „Ich glaube, ich habe jemanden überfahren. Ich brauche Hilfe.“ Das galt nicht uns, das galt der Zentrale. „Ich geht jetzt raus“, sagte sie nach einer Weile, lief durch den abgedunkelten (Notbeleuchtung) ersten Waggon nach hinten, öffnete die Tür mit dem Dreikant, durchschritt den zweiten Waggon. Ich sah ihr Gesicht, das hatte noch gar keine Ruhe oder Zeit für Tränen. Kurz darauf wurden die Verbindungstüren geöffnet und wir schweigend dorthin entlassen, wo ich kurz zuvor eingestiegen war. Polizei sperrte bereits den Bahnsteig ab, Feuerwehrleute stiegen ein, Rettungssanitäter eilten hinzu. Bis zum Endhaltepunkt sind es nur zwei Stationen. Wir bildeten eine kleine Bergaufkarawane, im Kino standen sie an für Once Upon a Time in Hollywood.
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