Abschreckendes Beispiel

Ob ich gute Lehrer gehabt habe, weiß ich nicht. Sie versuchten was, taten an, taten es gut, taten es schlecht, bewirkten was, bewirkten wenig – was weiß ich. Übel nahm ich und nehme ich noch, wenn jemand in mich fassen möchte und mich ändern. Soll er sich selbst ändern, soll sie sich selbst erziehen. Ich habe die Wirkungslosigkeit der Predigten studiert. Du mußt mehr üben! Was denn üben und wie? Wozu denn – um so zu werden wie du? Aus welchem Suppentopf schöpfen die Erzieher und Moralausteiler und schütten es ungefragt und kellenweise den ungezogenen Leuten in die Kopfschüssel? Wer braut das zusammen, kennt das Rezept für eine Mahlzeit, die eine ganze Menschheit mindestens sättigt und stillt? Jeden Morgen und jeden Abend bitte ich: Laßt die Leute in Ruhe. Jeder braucht seine eigene Zeit, einen eigenen Weg, eigene gute Gedanken – und die schlechten auch. Wer drückt und schiebt, übt Gewalt aus, deformiert und manipuliert. Leben besteht nicht aus Allgemeinheiten und fügt sich zum Glück niemals ganz einem Idealismus.


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