Morgengrauen

Manche sind so fein, daß ich erst Stunden oder Tage später bemerke, wie sie gewirkt haben. Wenn das Grobe sich laut macht und körperlich verdrängt, gibt es stets auch das Leisere, wie zum Trost. Es wäre verkehrt, den Leisen aufzutragen, laut zu werden. Es ist auch falsch, das Leise gegen das Laute ausspielen zu wollen. Beides ist in mir. Es gibt eine Zeit, da mache ich Tempo und schlage den Takt meines Vorwärtsdrängens. Dann verharre ich und lausche, benötige leiseste Nachricht, weiß nichts mehr wirklich. Anders gesagt: ich brülle nicht nachts im Wald. Ich brülle vor Schmerz oder Vergnügen, wenn es aus mir platzt. Doch ich war bei den Feinen – das sind die, die mich mit einem Blick mesmerisieren; ich bewundere sie, da sie so diesseits der Worte regieren und doch mit ihnen sind.


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