Hinfahrt und Rückfahrt, zweierlei Sache. Hinfahrt als freudige Erwartung: ich weiß nicht, was kommt. Rückfahrt als gestilltes Vergnügen: ich bringe die Bilder und Erzählungen heim. Ließe ich jeglichem gebührenden Raum, müßte ich einen Tag lang schreiben.
Verlasse ich meine Umgebung, stürzt „alles“ auf mich ein. Dunkle Wolken am südlichen Himmel, eine Zusammenballung Feuchtigkeit ohne Zorn. Das Gestrüpp entlang des Schienenwegs, die braunen Stiere auf einer sattgrünen Weide hinter Magdeburg. Marienborn als Miniaturbahnhof, den der Zug durchmißt, als habe dieser Ort nicht einmal existiert. Blaue Schilder, weiße Schrift, zurück zur Landschaft mit den Himmelsbildern.
Ich filme aus dem Fenster, weil ich einmal wenigstens das Bahnfahren, wie ich es wahrnehme, aufzeichnen möchte. Die Filmchen sind nichts Besonderes, doch alles auf ihnen ist besonders. Lärmschutzwall, Lärmschutzwälle. Der Lärm bleibt nicht, doch der Wall steht grau und bunt besprüht entlang des Schienenstrangs und sorgt für eine kleine Traurigkeit, die sich zusammenreißt, daß nicht größere aus ihr wächst.
Reisende sind empfindlich, nicht nur empfänglich. Sie sausen vorbei und sehen wie in Fetzen. Hänge deinen Blick an einen Baum entlang des Wegs, dachte ich, und dein Blick ist ein Lasso, das sich um jenen Baum wickelt, und das andere Ende des Seils schlingst du um deinen Hals, und dann reißt es dich aus dem rasenden Zug durch die Fensterscheibe nach draußen, denn das Seil ist längst nicht so lang wie die vor dir liegende Strecke.
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