Offenbarung:

Das Beste (neben viel Gutem) an Apocalypse Now ist die Erzählerfigur. Martin Sheen als Captain Willard, unser Mann in Vietnam. „Everyone gets everything he wants. I wanted a mission, and for my sins they gave me one.“ Schwerste Depressionen, ein noch junges Leben in Trümmern:

„Saigon … Shit … I’m still only in Saigon … Every time I think I’m gonna wake up back in the jungle. When I was home after my first tour it was worse. I’d wake up and there’d be nothing. I hardly said a word to my wife until I said yes to a divorce. When I was here I wanted to be there. When I was there, all I could think of was getting back into the jungle. I’m here a week now, waiting for a mission, getting softer. Every minute I stay in this room I get weaker. And every minute Charlie squats in the bush he gets stronger. Each time I look around the walls move in a little tighter …“

Alpträume, Selbsthaß. Den Whisky aus der Flasche ins offene Maul, schlucken und schluchzen, Tanz des Teufels. Dann die Schläge in das Spiegelbild, die Hand blutet, verdammte Scheiße. Mitleidlos und uneinsichtig kreist der Deckenventilator und zerschneidet die Zeit in weitere Sekunden. Nur der Komaschlaf auf blutbeflecktem Laken kann das beenden, und schon klopft das grausame Leben an die Tür, wummert unerbittlich. Special operation officer – Ihr Auftrag!

„Well, you see Willard . . . In this war, things get confused out there, power, ideals, the old morality, practical military necessity. But out there with these natives, it must be a temptation to be god. Because there’s a conflict in every human heart, between the rational and the irrational, between good and evil. And good does not always triumph. Sometimes, the dark side overcomes what Lincoln called the better angels of our nature. Every man has got a breaking point. You and I have one. Walter Kurtz has reached his. And very obviously, he has gone insane.“

Schluß machen mit dessen Kommando, Schluß machen mit Kurtz. Mit einem Kanonenboot den Fluß hinauf, tief hinein in das „Herz der Finsternis“. An Bord lauter Grünschnäbel: ein Koch, ein Surfer, ein vollgedröhnter Junge aus der Bronx, nun Soldat spielend. „Rock’n’Roller mit einem Fuß im Grab“. Sie wissen nichts von diesem Auftrag; sie sind die Kaninchen, die der großen Schlange geopfert werden.

Willard nimmt uns mit auf eine lange Reise durch die Alptraumlandschaft des Krieges, des ersten Rock’n’Roll- und Drogenkriegs in der Geschichte der Menschheit (Michael Herr, Dispatches). „This is the end, my only friend the end“, singt und spielt es, die Doors sind auch dort, da steht der Dschungel in Flammen, da hat der Film gerade erst begonnen. Am Anfang steht das Ende bereits fest, jeder ahnt das, niemand will es wissen. Dazwischen muß etwas geschehen, also geschieht es.


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