Zurechtweisung der Dinge und des Lebens durch die Wörter und Begriffe. Du bist Mensch, genauer gesagt: Frau oder Mann, genauer gesagt: – und dann ein Name wie für andere auch. Diese groben Konzepte des Benennens und vorgeblichen Verstehens. Wenn ich wüßte, wer du bist – was soll denn daraus folgen? Die Romantiker haben die aufklärerische Erkenntnisfalle gesehen und ihr zu entgehen getrachtet. Erkenntnis als Verallgemeinerung. Die Würde des Einzelnen und Besonderen suchten sie herauszustellen, nannten das Verfahren, mit dem solches gelingen sollte, „romantisieren“ (siehe Novalis). Es könnte poetisieren heißen, müßte nicht befürchtet werden, daß dies mit „verschönern“ oder „ausschmücken“ verwechselt wird, mit „hinzudichten“. Im Grunde geht es um eine Schule der Wahrnehmung, über die Feststellung des Allgemeinen hinaus, über dieses nickend hinweggehend. Wozu sonst das Besondere, wenn es im Allgemeinen aufgehoben wäre! Wozu noch wahrnehmen, wenn der Aussage- und Wahrheitswert längst geklärt ist! Übertrieben formuliert – wir wissen wenig. Das tröstet, hält mich wach und lebendig. Vom Genuß ganz zu schweigen.
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