Ängstlichkeit ergriff die Menschen. Sie zweifelten an ihrer Natürlichkeit, verdächtigten die eigenen Bedürfnisse. Grausige Geschichten nährten das gegenseitige Mißtrauen. Nachbarn wurden unheimlich, Träume des Nachts zu Indizien künftiger Selbstanklage. Ein allgemeines Gutes wurde beschworen, auf das sich jeder bequem zu verpflichten verstand. Wie stets in Zeiten unsicheren Glaubens und wortstarken Bekennens gerieten Abtrünnige ins Visier des Zorns. Glaubensparteien warfen sich Intoleranz vor. Der Glaubensstreit zerwarf die bekundete Einheit. Die politischen Parteien erkannten die Lage als problematisch und griffen obenhin zu, ergatterten Anteile in der ausstehenden Verteilung. Geister wurden gerufen und begannen ein neues Leben. Auch Ungeister sind Geister, sagte die Alte von nebenan, sie war älter als die Zeit. Selbstvertrauen war rar, man sehnte es herbei. Vertrauen in sich selbst – wodurch? Da wäre Erfahrung vonnöten, doch Erfahrung war zuvor ausgeschlossen worden. Alle sollten alles haben. Der Hund trottete durch den regnerischen Park, fand die frischgestrichene Bank und hob sein Bein. Die Katze blieb auf ihrem Fensterplatz und fuhr die Krallen aus. Es wurde Tee serviert.
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