Karl-Marx-Straße zur Zeit der nautischen Dämmerung, 29.3.2020

Abendlicher Spaziergang durch die Karl-Marx-Straße. Als sei die Stadt evakuiert worden, nur die Lichter ließ man brennen. Kommen einem Gestalten entgegen, froh genug, daß sie nicht taumeln (Zombie-Apokalypse) oder schlürfende Geräusche von sich geben. Mondsichel schmal und schneidend, daneben funkelt Venus, ich habe ein Photo gemacht, ein weiteres vom Kontaktlinsenstudio Fassungslos (Augen auf mit Wimpern). Ich habe Eingänge und abseitige Ladengeschäfte studiert, auf veralteten Plakaten gelesen, schrittweise langsam und besonnen, wie in schwerem Traum, befangen zugleich, denn ich betrete die verlassene Stadt, nach dem Leben.


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