Wie geht es mir?

Antwort: Nicht gut. Wie könnte es mir gut gehen? Die Situation ist bedrückend, und es ärgert mich, daß ich mich durch sie gelähmt fühle. Es herrscht ja nicht Krieg, es regnet nicht Steine oder Bomben. Ich darf vor die Tür gehen und eine ausgestorbene Stadt erkunden. Schwere Trostlosigkeit greift um sich und erfaßt. Deprimierende Tage jenseits des Lebens. Wir zählen die Toten – diese bestimmten Toten, nicht jene. Wieviele Menschen sterben denn in einem Jahr in einem Land wie diesem? So schlimm wird es nicht gewesen sein, ergibt sich das Futur II. Ich suche Attribute und komme auf: zermürbt, angegriffen, erschöpft, deprimiert, entleert, entmutigt. Ich bin wohlauf, wie ich eben versicherte – mehr auf als wohl. Ich gehe arbeiten, hurra. Wenn ich ins Tagebuch schreibe, schaffe ich nicht mehr als zehn Sätze, danach bin ich fertig. Liebe Grüße.


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