300 Hektar

Die zufälligen Begegnungen sind schön. Auf dem Feld spazieren gehen, einen der vielen Wege beschreiten unter diesem Großen Himmel. Wolken in Farben und Formen, an deren Rändern sich das Licht aufträgt; Wolkenlücken, durch die Strahlenfächer fallen, sofern dies das richtige Verb ist; eine Sonne, die ihren Gluthof über den westlichen Horizont erstreckt. Dann hängen unzählige Fäden aus den Wolkenfetzen im Süden, eine Ansammlung von schraffiertem Grüngrau, da muß es regnen. Ein warmer Ostertag auf dem Tempelhofer Feld, das ich noch immer bestaune und zurückhaltend begehe. Ich habe kein Gefühl für solche Orte. Unorte doch eigentlich. Setzte ich mich mitten auf das Feld, mehr als zwei Kilometer in jede Richtung, Sichtweiten, käme ich mir vor wie ein Idiot. Lieber am Rand an eine Birke gelehnt, Blick nach Westen in die Weite und Ferne, aus der meistens das Wetter kommt. Ich würde das Feld bewalden.


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