Da es keinem Sterblichen vergönnt ist, gleichsam vom Olymp auf die Vorgänge und Verhältnisse zu blicken, sind alle Sterblichen, sofern sie von anderen oder sich selbst etwas wollen, auf positive Grundannahmen angewiesen. Individuelles Leben und Streben beruht geradezu darauf, nicht „alles“ wissen oder erkennen zu können. – Sondern nur was? – Dasjenige, was dem eigenen Drang entgegenkommt, ihn befördert und führt. Eine Suggestion. – So viel zur Lage. Wir kommen aus den Suggestionen nicht mehr heraus, sind umstellt von ihnen, liegen darauf und bequem. Aus diesem Grund sie nicht harmlos, sondern elementar. Auf andere zu zeigen und sie der Suggestivität oder Suggestibilität zu zeihen ist bescheiden und irrwitzig zugleich. – Aber die Wahrheit! die Wahrheit? wo ist die Wahrheit? – Ja, wo hat sie denn eigentlich Platz? Ohne daß man nach ihr fingert und grapscht wie nach einer, der seltensten – vielleicht – Schönheit –
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.