Liebeslieder gehört – den schönen schwierigen Nachmittag lang. Schmerzensschreie, Verlassenheitsklagen, Komm-zurück-Beschwörungen. Was für eine Quälerei doch die Liebe ist. Oder diese Gefühls-Debatten – du hast aber gesagt, daß … in letzter Zeit bist du so … Menschen reden so, wenn sie Ansprüche zu haben glauben. Dann gurken sie herum mit ihrer unvollkommenen Sprache, und die Wörter nehmen schnell Reißaus, wollen da gar nicht erst mitmachen, bei diesen endlosen und öden Verhandlungen. Alles besser als allein, scheint als Devise einmal ausgegeben worden zu sein. Dafür nimmt sich einiges in Kauf: Langeweile, Überdruß, Platzangst, Atembeschwerden, Herzrasen, Schlaflosigkeit. Ich liebe diejenigen, die lässig miteinander sind (nicht fahrlässig). Das sind die, die wissen, daß es keine Sicherheit gibt und deshalb auf Kontrolle verzichten. Soll doch jeder sein eigenes Leben verantworten, muß sich doch keiner einmischen. Wo warst du denn so lange, Schatz?
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.