Was machen Zeit und Ort aus mir? 1. Juli 2020 in Berlin-Neukölln. Ich lebe. Vorhin wollte sich jemand mit mir anlegen, und ich dachte nach über das Wort ‚anlegen‘. Anlegen eines Zollstocks und messen. Ich bin klein, mein Herz ist rein. Wie spricht man Grevenbroich? Es gibt ein Dehnungs-i, das macht Hoffnung und verändert die Wetterlage. Auch ich mag mich dehnen, und tue es bereits. Urlaub kommt von Erlaubnis. Es ist wieder soweit. Heilige Scheiße, achte auf deine Seele. Sag nicht das Sch-Wort! Benutze stattdessen das F-Wort! F wie furzen, frohlocken oder faulenzen. Ach wie eng werden wir gehalten, wie sittsam und fromm. Deshalb wollen wir tanzen und Drogen nehmen und den Rock’n’Roll renovieren – weil wir so ausgestellt, so abgemeldet, so lahm und träge geworden sind, unempfindsam, abgerichtet, gehorsamspflichtig, mit zwei Wörtern: relativ widerlich. So kann man nicht leben, aber es übt sich ein. Irgendwo dort draußen lauert ein kleiner Gott. Dem errichte ich morgen einen Schrein und gebe Blumen, Bucheckern, Grannen, Lärchenzapfen, Haarspitzen, Wimpern und getrocknete Tränen.
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„Urlaub kommt von Erlaubnis.“ Heinz Erhard zufolge von Ur – Laub.