Klackklackklack

Auf dem Platz steht eine alte Schreibmaschine. Man könnte sie mit Füßen treten oder doch besser aufheben und auf einen der Spieltische setzen, die dort installiert und festgeschraubt wurden für Schachturniere und Kaffeetrinker. Die Parkanlage ist etwas verwahrlost, die Sitzbretter der ebenfalls festgeschraubten Drehsitze sind geborsten und rissig, an manchen Stellen grün vom Moos oder rötlich gefärbt von Flechten. Niemand ist zu sehen, obwohl die Uhr kurz nach neun anzeigt und dies ein schöner Sommertag zu werden verspricht. Dann doch was – Hundehalter führen ihre Tiere ans Gebüsch, Dauerläufer ziehen Bahn zur Musik. (This Is Not a Love Song, Public Image Ltd. Die Tödliche Doris hat sich aufgelöst, die Kastrierten Philosophen ebenfalls.) Berlin Hasenheide, Mai 2020. Kunst ist albern geworden. „Die Kunst selbst existiert in der Moderne nur auf der Grundlage ihres Verschwindens (…) Sie wird zum Paradigma all dessen, was sein eigenes Verschwinden überlebt.“ (Jean Baudrillard, Warum nicht schon alles verschwunden ist, Lettre 77, Sommer 2007) Schreiben bekommt eine zweite Chance, aber ich weiß noch nicht wie. Mit dieser ausgesetzten Maschine müßte es beginnen. Jemand kommt und bedient sich ihrer, hat einen Bogen Papier dabei, spannt ihn ein. Schon geht’s los, die Vögel machen auch mit, singen jeweils ihren ewigen Part, und der Mensch, der an der Maschine sitzt, hat nichts anderes zu tun, nichts anderes, als ein paar Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen in Zeichen zu übersetzen und zu sequenzieren. Nichts einfacher als das. Während er oder sie tippt, spricht sie oder er das Getippte, und das geht. Die Schreibmaschine ist ein Tasteninstrument, und Jack Kerouac wußte das.


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