Erbrecht und Stimme

Da stehen sie unter diesem weiten Himmel von Arizona oder Wyoming im Film. Was sollen sie tun, wohin sich wenden? Die Kinder sind tot, die Mutter trauert. Vielleicht wird sie darüber verrückt. Aber die Soldaten müssen weiter. Einer von ihnen, ihr Truppführer, hart und spröde, trocken wie Steppengras, muß eine Gruppe gefangener Cheyenne überführen. Der Filmzufall will es, daß die Kinder der trauernden Mutter und ihr Mann von Indianern (Comanchen) ermordet wurden. Versöhnung ist angedacht und erfüllt sich, das ist gut für die amerikanische Seele. Teile und herrsche, guter Cheyenne – böser Comanche. (Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer. Siedlerweisheit.) Ich vermisse die Stimme der native americans im Wirrwarr derzeitiger Diskurse um Gerechtigkeit. Sie haben andere Geschichten zu erzählen, und ihre Geschichten unterminieren die Macht und das Recht des weißen Mannes und der weißen Frau stärker. Das Thema der bürgerlichen Moral ist aber immer sie selbst. Irgendwann rede ich nur noch mit Häuptlingen. Daß auch die trickreich sind, ist mir bekannt. Der Film heißt Hostiles.


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