Eigenartigerweise gehen Menschen davon aus, daß es nicht genug Liebe für sie gäbe. Sie können nicht genug bekommen davon und verhalten sich wie beim Toilettenpapierkauf zu Beginn der Corona-Krise; sie möchten die Liebe vor den anderen an sich reißen und sichern. Ihr Verhalten ist das von Zukurzgekommenen und gehorcht der Konkurrenz- oder Raubtierlogik. Nun mögen die Toilettenpapiervorräte limitiert sein – die Liebe ist es sicher nicht. Man muß nicht nach ihr grapschen, sich vielmehr beschenken lassen. Die Dinge nehmen einen guten Verlauf, wenn man darauf verzichtet, ihn fortlaufend zu stören. – Ja, aber wann soll ich denn was tun und wann besser nicht? – Das herauszufinden ist Teil der Lebenskunst.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.