Beschenken lassen

Eigenartigerweise gehen Menschen davon aus, daß es nicht genug Liebe für sie gäbe. Sie können nicht genug bekommen davon und verhalten sich wie beim Toilettenpapierkauf zu Beginn der Corona-Krise; sie möchten die Liebe vor den anderen an sich reißen und sichern. Ihr Verhalten ist das von Zukurzgekommenen und gehorcht der Konkurrenz- oder Raubtierlogik. Nun mögen die Toilettenpapiervorräte limitiert sein – die Liebe ist es sicher nicht. Man muß nicht nach ihr grapschen, sich vielmehr beschenken lassen. Die Dinge nehmen einen guten Verlauf, wenn man darauf verzichtet, ihn fortlaufend zu stören. – Ja, aber wann soll ich denn was tun und wann besser nicht? – Das herauszufinden ist Teil der Lebenskunst.


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