Es regnet leise. Ich betrachte das Wort GLEICHGÜLTIGKEIT von allen Seiten. Das eine so gut wie das andere, beide gültig in gleichem Maß, kein Unterschied erkennbar. Gehüpft wie gesprungen. Keine Bevorzugung möglich, nichts zeichnet sich aus. Achselzucken. Mag ich beides oder mag ich beides nicht? Die Unterschiedslosigkeit kann im Auge des Betrachters liegen. Mangelndes Unterscheidungsvermögen, partielle Blindheit, Wertunsicherheit. Dem kann eine generelle Verunsicherung zugrunde liegen, eine Persönlichkeitsschwächung. Es gibt Menschen, für die wurde zeitlebens entschieden, und die ließen es noch zu, als sie längst schon erwachsen waren (der Befugnis Erziehungsberechtigter entwachsen). Die finden keine eigenen Ziele, die richten sich nach anderen aus. Wie aber soll man auch wissen, was an will, wenn man wenig nur probiert hat. Man muß mal im Dreck stecken, dann weiß man endlich, was man nicht will. Es regnet nun lauter. Ich sitze im Trockenen und ziehe das derzeit dem Aufenthalt im Freien vor.
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