Serienstoff

Er treibt durch die Nacht in der großen Neonstadt, nichts hält ihn. Von einem Hochhausdach schon wollte er springen. Woher er kommt, dorthin führt kein Weg mehr. Er kann gut mit Menschen, braucht nicht lang, um sich kurz zu verbinden. In einer Bar findet er schnell ein paar Opfer. Zwei Typen am Tresen, zwei Ladies am Tisch – die lassen sich zusammenbringen. Gemeinsam zischen sie ab. Nicht zu fünft, sondern zu sechst, denn er hat seinen Onkel dabei. (Onkel Harry. Der muß nun auch mit aufs Hotelzimmer, wo sie die Party haben wollen.) Er weiß genau, worum es in diesem Hotelzimmer geht: erst Drogen, dann Sex. Dies und auch anderes noch, um den Tod zu vergessen. Sein Fehler besteht darin, daß er das den anderen sagt. Er spürt eine Mission. Leben aber will sich vergessen, um leben zu können. Er wird zum Partykiller, und einer der beiden Typen, der mit der teuren Uhr am Handgelenk, hat allmählich die Nase voll und wagt es, ihm zu befehlen, das Zimmer zu verlassen – ausgerechnet ihm, ohne den keiner von denen dort wäre. Nun also soll er hinauskomplimentiert werden, und jäht stellt er sich vor, blitzartig wie eine Vision, das Kokainportioniermesser zu nehmen und dem Investmenttypen mit der Klunkeruhr den Hals aufzuschlitzen. Zum Glück ist Onkel Harry da – der führt ihn hinaus und kann beruhigen. Onkel Harry ist Polizist und ganz gewiß nicht sein Onkel.


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