Kühler Abend. Das Gewitter ist durchgezogen wie eine Büffelherde. Wind folgt ihr nach wie ein Treiber. Die Plätze vor dem Café sind unbesetzt. Ein Tisch und zwei Stühle stehen hart am Rand des Gehsteigs, eingeparkt dahinter zwei Kleinwagen, Heck an Heck, der eine blau, der andere schwarz. Aus dem Straßenbaum tropft es, aus der Tür tritt der Kellner, schaut nach links und nach rechts, dann nach oben, wo der Wind in die Linde fährt. Später sitzen zwei Menschen auf den Stühlen vor den Kleinwagen, aber sie bleiben weit hinter dem zurück, was dort Platz gehabt hätte. Es kommt, wie es kommt, sagen sie. Daß ich es nicht bestimmen kann, mag das Beste daran sein.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.