Ist man lange nicht Auto gefahren, ergibt das ein eigentümliches Gefühl. Ich fahre das Auto, lenke und schalte, beschleunige und bremse. Es gehorcht mir, führt aus, was ich möchte. Da ich den Wagen nicht kenne, brauche ich eine gewisse Zeit, bis alle Bewegungen flüssig und leicht werden. Ich fahre mit dem Großstadtverkehr mit, treibe dahin zwischen all diesen Fremden in ihren lackglänzenden Karossen, wechsle Fahrbahnen und Richtungen, blinke rechtzeitig und gebe acht. Es dauert einige Zeit, ehe ich spüre, daß der Wagen, den ich fahre, ein Teil von mir geworden ist. Anfangs noch dieses Staunen, auf einem halbwegs bequemen Sessel mit 100 Stundenkilometern 60 Zentimeter über dem harten Asphalt zu sitzen, der unter mir weggerissen wird, da die Räder sich drehen und die Kraft des Motors sie vorantreibt. Dazu noch die Musik und der Fahrtwind und die anderen Geräusche. Wir sind alle wahnsinnig, schießt es mir durch den Kopf. Die Bürger als Rennfahrer. Der Verkehr fließt, heißt es; dann stockt er. Es gibt Gelegenheit, die Konkurrenten im Bürgerrennen anzuschauen. Köpfe, die nach vorn blicken, gebannt. Wir teilen Weg und Richtung, begleiten einander unbekannt, das ist alles. Bloß nicht daran denken, was passieren kann.
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