Zoom-Meeting mit ID und Passwort. Kaffee präparieren, die Papiere zurechtlegen, per Video beitreten. Los geht’s. Auf dem Bildschirm sind versammelt diejenigen, mit denen ich zu sprechen habe. Wir winken uns, sagen eine Begrüßung. Wir sind die Gesichter vor den Hintergründen. Die Hintergründe sind Wände, Tafeln, Bilderrahmen, Fensterrahmen, angeschnittene Interieurs. Schon beginnt das Fach- und Sachgespräch, unser Austausch über das, was zählt. Die Corona-Zeit währt nun ein halbes Jahr. Wir managen die Situation, und managen heißt vielleicht nichts anderes als bewältigen. Sämtliche Wörter mit dem Wortstamm -walt- handeln von herrschen und stark sein, von handeln, wirken und regieren. Ob das Manager können, weiß niemand so recht. Sie sind ja bloß Sachwalter einer Angelegenheit, walten also eher obenauf. Das mag ein Vorurteil sein. Ich denke lediglich an ihre Kündbarkeit, ihren (notgedrungenen) Opportunismus. Verwalter sind auch nicht stark, bestenfalls Bevollmächtigte. Da ist die Macht schon vom Wort her umzingelt von Bedingungen. Der Anwalt kann schon mehr. Nur den Walt, den gibt es nicht.
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